Irrtümer im Namen des Christentums


Die fortdauernde Ablehnung homosexueller Menschen im Namen des Christentums hat auch dazu geführt, dass:

*viele homosexuelle Menschen an der christlichen Liebe und am Glauben zweifeln (müssen),

*Christen im Widerspruch zum Schöpfer stehen, wenn sie Menschen ablehnen oder gar hassen, die so von Ihm geschaffen wurden.

*der Weg  zur Vernichtung homosexueller Menschen während der Nazi-Diktatur bereitet wurde.


Und wie sehen noch heute die Irrtümer im Namen des Christentums aus?
Dazu einige Irrtümer aus aktuellen christlichen Internetseiten.

Irrtum:
„Wie wir die Bibel verstehen, lehrt sie, dass homosexuelles Verhalten Sünde ist.“
Richtig:
Der homosexuelle Mensch und seine verantwortliche Liebe und Partnerschaft sind im Einklang mit dem Wort Gottes.
Zum Thema Homosexualität und Bibel habe ich extra Artikel geschrieben.
 
Irrtum:
„Homosexualität ist Sünde, da beide nicht verheiratet sind.“
Richtig:
Das ist ein heuchlerisches Argument, denn immer noch wird in vielen Ländern die gleichgeschlechtliche Ehe verweigert.
Und dennoch gibt es überall verantwortlich gelebte gleichgeschlechtliche Partnerschaften.

Irrtum:
„Sexualität ist lebensschaffend, Homosexualität sei lebensfeindlich,
die Gesellschaft verlöre ihre Zukunftsfähigkeit und sei dem Tod geweiht.“
Richtig:
Heterosexuelle tun es eher weniger wegen der Fortpflanzung, aber um so häufiger der Lust wegen. Deutschland erlebt seit Jahren einen deutlichen Geburtenrückgang. Die Bundesregierung nannte die erschreckend hohe Zahl von 1 bis 1,2 Mio. Männer, die hier täglich die Dienste der Sexarbeiterinnen in Anspruch nehmen. Zum Anderen quält uns auf dieser Welt gerade die Sorge wegen der Überbevölkerung mit ihren schlimmen Folgen u.a. von Unterernährung, Hunger, Armut, Gewalt .

Gott hat ebenso homosexuellen Menschen Freude an ihrer Sexualität geschenkt. Darüber hinaus gibt eine wachsende Zahl von homosexuellen Paaren, die sich ihren Kinderwunsch auch tatsächlich erfüllen.

Irrtum:
„Durch rechtliche Anerkennung gleichgeschlechtlicher Lebenspartnerschaften werden sittliche Werte verdunkelt und die eheliche Institution entwertet.“
Richtig:
Sittliche Werte werden auch durch das Verhalten heterosexueller Menschen verdunkelt, Stichworte sind u.a.: Prostitution, Ehebruch, Kindesmissbrauch, Gewalt auch in der Ehe und der Familie.

Die gleichgeschlechtliche Ehe
ist keine Konkurrenz der gegengeschlechtlichen Ehe!
Sie ist eine Rechtsinstitution eben für homosexuelle Menschen.
Niemand entwertet die jeweils andere Institution.

Das Bundesverfassungsgericht hat dazu festgestellt,
„dass die eingetragene Lebenspartnerschaft den grundsätzlichen Schutz der Ehe nicht gefährdet.“

Irrtum:
„Es sei eine spezifische Eigenart der Ehe, der Fortpflanzung zu dienen.“
Richtig:
Ehen werden auch aus anderen Gründen geschlossen, wunderbar bei  gegenseitiger Liebe.

Irrtum:
„Die Bipolarität der Ehe sei die Voraussetzung, um die normale Entwicklung und Erziehung von Kindern zu gewährleisten.
Daher stehe die rechtlichen Gleichbehandlung von Ehe und homosexuellen Lebenspartnerschaft im Wiederspruch zu den anthropologischen Gegebenheiten.“
Richtig:
In der deutschen Realität werden von 100 Ehen leider wieder 77 Ehen geschieden und die Kinder wachsen dann bei einem Elternteil auf. Tatsächlich gibt es ungezähltes  Leid der Scheidungskinder, die dann noch häufig unterhalt der Armutsgrenze leben müssen. 

Kinder in homosexuellen Familien können sich gesund entwickeln, sie kennen meistens Vater und Mutter, haben Geschwister, Grosseltern und andere Verwandte.
Weiteres im Artikel Regenbogenfamilie.

Irrtum:
„Dieses Gesetz (gemeint ist Partnerschaftsgesetz/ "Homoehe")untergräbt die biblischen und humanwissenschaftlichen schöpfungsmässigen Grundlagen des Menschseins und des Staates.“
Richtig:
Die Ehe homosexueller Menschen ist im Einklang mit der Liebe, von der Christus spricht.
Menschsein beschränkt sich nicht allein auf die Reproduktion!

In unserer Zivilisation  leisten gerade homosexuelle Menschen wertvolle Arbeit z.B. in Kunst und Wissenschaft u.a.:

Alexander der Grosse, Friedrich der Grosse, König Ludwig II, Nicoló Machiavelli, Erasmus von Rotterdam,Alexander von Humboldt, Jean-Paul Sartre,
Zarin Katharina die Grosse, Rahel Varnhagen, Bettina von Arnim, Virginia Woolf, Annette von Droste-Hülsdorf,
Richard Wagner, Peter Tschaikowsky, Benjamin Britten, Voltaire,
Heinrich von Kleist, Oscar Wilde, Hans Christian Andersen, Truman Capote, Tennessee Williams, Marcel Proust, Jean Cocteau, Thomas Mann,
Leonardo da Vinci, Michelangelo, Andy Warhol, und so viele andere!


Irrtum:
„Es ist wichtig genug, dass die biblische Verwerfung der Homosexualität in inneren Bezügen zur Schöpfungslehre (Röm 1,18ff) und zur Eschatologie (1Kor 6,9ff.), zum Sinaibund (3Mo 18,22; 20, 13) wie zur apostolischen Lebensordnung des neuen Bundes (1Tim 1,9f) steht.“
Richtig:
Zu den diesen Textstellen habe ich extra Artikel geschrieben u.a.:
Homosexualität und Bibel sowie Römer 1.
Tatsache ist, dass Christen ihre homosexuelle Gabe entdecken und leben dürfen, ebenso wie heterosexuelle Menschen.


Als Christin schäme ich mich,
dass auch heute noch  homosexuelle Menschen im Namen des Christentums Ablehnungen, Verurteilungen und Verfolgung erleiden müssen.

Deshalb bitte ich
im Namen von Christus und der Liebe Gottes um Versöhnung aller Menschen!

Nehmt einander an,
so wie die Liebe Gottes jeden Menschen erschaffen hat!

Siehe auch: http://www.huk.org/aktuell/jade-predigt-2003.htm